Verharmlost als Mittel um kreativer und leistungsstärker zu werden hat Kokain in Europa eine
gefährliche Akzeptanz in allen Gesellschaftsschichten gefunden. Meistens wird Kokain als Pulver
in der Partyszene im Büro oder gar auf Baustellen konsumiert und dabei wird völlig übersehen
wie gefährlich es ist. Was oft aus Neugier oder als Spaß beginnt führt häufig in eine fatale
Abhängigkeit. An einem ausgelassenen Abend mit seinen Freunden probiert ein 22-jähriger junger
Mann zum ersten Mal Kokain und gerät kurz darauf in den Teufelskreis dieser zerstörerischen
Droge. Die Veränderung geschieht rapide: Aus dem klugen zielstrebigen und begabten jungen
Studenten wird ein verzweifelter Mensch mit einer schweren Suchterkrankung. Und obwohl er alles
versucht die Sucht hinter sich zu lassen ist das Verlangen nach der Substanz stärker. Die
Eltern begleiteten ihren Sohn durch die dreijährige Sucht und unterstützten ihn bei seinen
Ausstiegsversuchen die letztlich misslingen. Diesen Weg beschreibt seine Mutter Marina Jung in
eindrücklichen Worten. Da man in der Öffentlichkeit und selbst in gewissen Fachkreisen viel zu
wenig über die Droge und ihren Wirkcharakter weiß hat sie ihre Erfahrungen aufgezeichnet.
Dabei verknüpft sie Fakten und Erkenntnisse zu einer multiperspektivischen Sichtweise. Die
Leserinnen und Leser können dadurch nachvollziehen warum Kokain besonders unberechenbar und
gefährlich ist und was eine Suchterkrankung mit der betroffenen Person und mit dem sozialen
Umfeld macht. Und schließlich führt die Autorin die Leserinnen und Leser in die Lebensrealität
von suchtkranken Menschen unter anderem auch durch Texte und Fallbeispiele von Betroffenen.