Der Kölner Künstler Nikolas Müller (*1984) erschafft verlockend instabile Bildwelten in denen
er Aquarellmalerei mit der Logik digitaler Räume verschaltet. Mit Behindert die Anfänge legt er
nun ein Buch vor das seine medial vielfältige Praxis abbildet und erstmalig auch sein
textliches Werk präsentiert. Ausgehend von seiner Diplomarbeit an der Kunsthochschule für
Medien in Köln hat er sich gemeinsam mit der Herausgeberin Michaela Predeick einen Textkorpus
vorgenommen der die eigenen Erfahrungen mit einer psychischen Erkrankung zu einer
bemerkenswerten literarischen Form verarbeitet: Einzelne Sätze oszillieren zwischen poetischen
Selbstentwürfen und humorvollen Ermächtigungsparolen aktivistischen Forderungen und konkreten
Verweisen auf den Umgang mit Menschen mit psychischen Erkrankungen und Behinderungen.
Dazwischen thematisieren autobiografische Vignetten die von harten Machtgefällen geprägte
Konfrontation mit Institutionen - seien es psychiatrische Kliniken das Arbeitsamt oder die
eigene Therapeutin. Damit liefert der Text den Reality-Check zu den zarten und spielerischen
Panoramen von Nikolas Müllers Aquarellen von denen eine umfassende Auswahl in Behindert die
Anfänge versammelt ist.