Wilhelm II. der letzte preußische König und deutsche Kaiser ist eine Zentralfigur der neueren
deutschen Geschichte. Unabhängig von der Frage in welchem Maße er die Politik des Reiches an
dessen Spitze er 30 Jahre lang stand bestimmte besteht Einigkeit darüber daß er ein
typischer Repräsentant der nach ihm benannten ¿Wilhelminischen Epoche¿ war. ¿ Darüber ob er
nicht zuletzt Kriegstreiber oder Getriebener war ist ein abschließendes Urteil noch nicht
gefällt. Bisher haben drei namhafte Historiker seinen 150. Geburtstag zum Anlaß genommen sein
Leben niederzuschreiben und zu deuten. Der Brite John C. G. Röhl sieht in ihm den
Hauptverantwortlichen dafür daß Deutschland in die Katastrophe des 1. Weltkrieges getrieben
wurde. Der in Oxford lehrende Australier Christopher Clark hält ihn dagegen für einen
Getriebenen der einfach zu schwach war gegen die widerstreitenden Interessen und Pläne seiner
Umgebung eigene Vorstellungen durchzusetzen. Und für den Berliner Eberhard Straub war der
Kaiser eine Lichtgestalt die ihr Land an die Weltspitze von Kultur und Wissenschaft führte. -
Nach dem im Buchverlag König erschienenen Buch ¿Wilhelm II. ¿ Auf den Spuren des letzten
deutschen Kaisers¿ von Eckehard Korthals in dem die Leistungen des Monarchen und seine
Fördertätigkeit auf den Gebieten der Technik Wissenschaft und Kultur in den Mittelpunkt
gestellt wurden setzt dieser Band die Autobiographie des Kaisers die über 80 Jahre nicht
wieder aufgelegt wurde vor allem auf die Mündigkeit des Lesers. In dem von Wilhelm II.
verfaßten sachkundigen und stilsicheren Band in dem die Jahre der Kindheit und Jugend des
Prinz Wilhelm von Preußen bis zum Tode seines Vaters Friedrich III. an ihm vorüberziehen
kann sich nun jeder Interessierte selbst ein Bild machen welche Ereignisse das Leben des
letzten deutschen Kaisers geprägt haben und welche geschichtliche Bewertung seiner Person
angemessen ist.