★★★★★
k.A.
11.07.2026
ean-shopping.de
Dieser Feldsanitätsroman ist eine unglaublich eindringliche und authentische Darstellung des Ersten Weltkriegs und sehr empfehlenswert. Frey zeichnet ein ungeschöntes und bewegendes Bild der damaligen Zeit.
Der Münchner Autor Alexander Moritz Frey, diente im 1. Weltkrieg in der selben Einheit wie Adolf Hitler, nach dem Kriege umwarben die Nazis ausgerechnet ihn, den überzeugten Pazifisten, später sollten sie dieses Werk den Flammen übergeben und Frey kehrte nach seiner Emigration in die Schweiz nie mehr nach Deutschland zurück.1929 erschien dieses Werk, das neben "im Westen nichts Neues" und des etwas zweifelhafen "in Stahlgewittern" damals zu den wichtigsten Büchern über den Krieg zählte.Der Schrifsteller Christian Friedrich Funk (eine klar autobiographische Figur) kommt an die schlimmste Front, er muss als Krankenträger an den Grabenkämpfen in Frankreich Dienst tun. Hier herrscht Mangel an allem(außer Ungeziefer): Material, Menschen und Kompetenz.Die privilegierten Offiziere -oft dem Irrsinn nahe- leisten wengig und verlangen immer das beste für sich, der gemeine Soldat verfault im Schmutz. Je länger der Krieg sich hinzieht, desto mehr macht sich der gesamte Wahnsinn bemerkbar, das anonymisierte Töten durch immer perfidere Methoden, zahlreiche Selbstverstümmelungen und schwindender Glaube an den Sieg zersetzen die Moral. Doch erbarmungsols wird Gehorsam verlangt, unterlassene Grußformen werden hart bestraft, völliges Versagen der Entscheidungsträger bleibt für diese ohne Konsequenzen.Im Gegensatz zu Remarque schildert Frey wenig direkte Kampfhandlungen, eher die unmittelbaren Folgen, den Transport der Verstümmelten und Toten, die meist völlig sinnlosen Versuche einer Rettung, weniger schockierend ist das Buch dadurch also keineswegs. Der Alltag der Soldaten, die schlechte Verpflegung, die Suche nach einem Schlafplatz, Dauerbeschuss durch Artillerie (ein Feind den man so gut wie nie zu Gesicht bekommt), sehr überzeugend wird der psychische Dauerterror geschildert.Auch die Charaktäre sind äußerst glaubwürdig, in glänzender Sprache wird hier wahrhaftig erzählt, was hinterher oft nur noch Propaganda sein sollte, von der unendlichen Dummheit, der völligen Entmenschlichung jener Jahre.Gerade jetzt, in einer Zeit, da es wieder opportun zu sein scheint, zu überlegen, ob man von der Deutschen Schuld nciht ein paar Prozente auf andere Länder abwelzen könne, anstatt sich darüber zu echauffieren, dass Hindenburg heute noch als Namensgeber fungieren darf, ist dieses Buch eine wichtige Wiederentdeckung.
Das Buch handelt von einem einfachen Sanitätssoldaten. Er erlebt den Schrecken des Krieges als Sanitäter hautnah. Später wird er zu einem Stabsarzt versetzt und sieht deutlichen Unterschied, wie einfache Soldaten und Offiziere behandelt werden. Sowohl in medizinischer, wie auch in menschlicher Form. Er zeigt auch auf, dass viele Offiziere den Krieg als Gesellschaftspiel und Selbstbedienungsladen ansahen.In dem Buch „Quem ad finem?“ wird die auch sehr deutlich.Ein empfehlenswertes Buch. Leider gibt es von einfachen Soldaten zu wenig davon.