"Der kleine Isso vom Planeten Normal" ist eine dramaturgische Geschichte mit
psychologisch-philosophischer Tiefe. Das Buch ist thematisch anspruchsvoll und zugleich von
breiter Wirkung. Zum Nachdenken anregende Textpassagen sind in ansprechend assoziative Dialoge
und in eine gut nachvollziehbare - aber dennoch spannende - Dramaturgie eingebettet. Das
tragende Element der Geschichte ist das Phänomen der Erwachsenen-Normalität. Mit fantastischer
Parallelziehung hinterfragt das Buch den scheinbar normalen Umgang der großen Leute - der
sogenannten Erwachsenen - mit gesellschaftlichen Herausforderungen wie beispielsweise mit
argumentativer Unvielfalt Fake News Kriegen Straftätern den Alten materieller
Besitzanhäufung und dem Schulsystem. Darüber hinaus bietet es den Lesern in unverkrampft
spielerischer Art und Weise ein entlastendes Selbstwahrnehmungsmodell zur Bewältigung
persönlicher Lebensherausforderungen an. Das Buch reichert die Lebensrealität der Leser mit
tollen Perspektivenerweiterungen an und muntert dazu auf die Welt durch die "Brille" der
anderen zu betrachten. Obwohl Der kleine Isso vom Planeten Normal aufgrund seines Titels und
der Aufmachung als Jugendbuch eingeordnet werden kann ist die Sozialkritik darin unverkennbar
an den erwachsenen Leser unserer Zeit gerichtet. Ein schwarz-weißer Roboter stürzt mit seiner
Raumkapsel ab. Und landet ausgerechnet auf dem Planeten der bunten Brillenträger. Das bunte
Volk erscheint dem Roboter ungeheuerlich - haben die Brillenträger doch eine verstörende
Eigenschaft: Sie fühlen sich in andere ein. Der Roboter kann dieses irrationale Verhalten nicht
verarbeiten und stuft es prompt als unnormal ein. Doch die Begegnung mit der elfjährigen
Brillenträgerin Flora Blume bringt die Logik der Maschine gehörig durcheinander. Es beginnt ein
wundersames Abenteuer über den Zauber echter Verbindung - und das Wagnis die Welt durch die
Brille der anderen zu sehen. Was der Roboter nicht ahnt: Er ist keineswegs zufällig auf diesem
Planeten gelandet - seine Ankunft wird längst erwartet.