★★★★★
k.A.
09.08.2026
ean-shopping.de
Diese Sammlung von Szenen aus Schottland ist ein wahres Highlight und perfekt für alle Liebhaber dieser Region; die Qualität ist hervorragend und die Atmosphäre ist wunderbar eingefangen.
★★★★★
Carl-heinrich Bock
31.05.2024
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Der Guggolz Verlag hat es sich zur Aufgabe gemacht, literarische Kostbarkeiten die in Vergessenheit geraten sind wieder der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „Szenen aus Schottland“ ist ein Klassiker der Regionalliteratur, der im März 2016 in einer meisterhaften Übersetzung von Esther Kinsky in diesem Verlag erschienen ist. James Leslie Mitchell der nur 34 Jahre alt wurde, führten den Autor, der als Verwaltungsangestellter tätig war, in seinen journalistischen Arbeiten und Romanen nach Afrika und in den Nahen Osten, doch in seinen 16 veröffentlichten Büchern kehrte er in den bedeutungsvollsten Texten immer wieder in seine Heimat zurück. 1934 erschien sein Werk „Scottish Scene“. Aus diesem Band entstammen die vier Erzählungen und drei Essays in denen der Autor, in einer sagenhaft schönen poetischen Sprache, die die ganze Liebe zu seiner Heimat wiederspiegelt, das Verhältnis von karger Lebensweise und entbehrungseichen Landleben in den dreißiger Jahren einerseits und ungemein schöner schottischer Landschaft fokussiert wird. Wenn er über Not und Elend seiner Mitmenschen schreibt , wenn er zum Anwalt derer wird die in einer im Feudalismus verharrenden Gesellschaft gnadenlos ausgeliefert sind, dann wird die Sprache dann zunehmend klar und schroff. Im Kontext zum harten Lebensumständen stehen hart gewordene Menschen. Ein Meisterwerk, große Literatur.
James Leslie Mitchell (1901-1935) schrieb immer wieder über seine Heimat Schottland. In diesem Band mit Erzählungen und essayistischer Prosa ist seine literarische Kunst in komprimierter Form zu entdecken. Menschen, Gespräche, Landstriche, Jahreszeiten, Historie und Mythen werden in einer Sprache geschildert, die gleichermaßen sanft wie auch schroff ist und mit all ihren Eigenheiten der schottischen Landschaft selbst zu entsprechen scheint.Eher schlicht von der Aufmachung kommt dieses 170 Seiten starke und mit zurückhaltenden Tuschezeichnungen versehene Büchlein daher. Bereits nach den ersten Sätzen steht jedoch fest, dass man hier einen kleinen Schatz in Händen hält, weil der Autor über ein Sprachgefühl und eine poetische Ausdrucksweise verfügt, vor der man sich als Leser einfach nur voller Hochachtung verneigen kann. Vor dem inneren Auge bauen sich stimmige schottische Bilderwelten auf, in denen ganz selbstverständlich und greifbar urig kauzige Protagonisten wandeln.„…ich erinnere mich an die frühen Sommermorgen, die safrangetüpfelt über den Heuraufen von meines Vaters Hof heraufzogen, das Wispern und Knistern der Getreideähren, Grün, das zu Gelb wurde auf den langen Feldern, die sich vor unserer Haustür erstreckten, das Rumpeln und Quietschen des Aufsatzes eines vorüberfahrenden Kastenwagens, das muntere, etwas spöttische ‚He!‘ des Bauernburschen mit lachenden Augen, der unrasiert auf der Vorderkante des Kastens hockte…“ (S. 39)So sehr ich die bemerkenswerten Beschreibungen von Landschaft, Natur und Menschen mit der von alten schottischen Wörtern durchsetzten Sprache in den insgesamt 4 Erzählungen genossen habe, so zwiespältig las ich die 3 Essays. Immer wieder musste ich mir die Frage stellen, ob mein geringes Vorwissen von der schottischen Mentalität und den geschichtlichen Begebenheiten in den 1930er Jahren tatsächlich ausreichte, um die Tragweite und den Sinn der journalistischen Texte, mitsamt der darin enthaltenen Ironie tatsächlich vollends erfassen zu können. Hier konnte jedoch das von der Übersetzerin Esther Kinsky verfasste Nachwort, das ich mir als Vorwort gewünscht hätte, weiter helfen. Darin erfuhr man von der sozialen Ungerechtigkeit in den Städten, vor allem von der Menschenunwürdigkeit der legendären Glasgower Slums und die daraus resultierende politische Einstellung Mitchells: Er blieb Zeit seines Lebens ein überzeugter, leidenschaftlicher Sozialist.Insgesamt handelt es sich hierbei um ein Buch, das mich eher sprachlich zu bezaubern wusste, meinen Wunsch, irgendwann einmal Schottland besuchen zu wollen, aber dennoch verstärken konnte.