Max Czollek versammelt in »Jubeljahre« Gedichte die sich einen Weg durch die Doppelbödigkeit
der deutschen Sprache bahnen. Das Ohr am Waldboden der Worte lauscht Czollek Störgeräuschen -
dem Sinuston der Geschichte der unser Sprechen konstant und dennoch unbemerkt begleitet.
Czollek stellt seine Sprache unter Verdacht: Ist 19:45 bloß eine Uhrzeit? Sind Parkbänke für
jeden gleichermaßen besetzt? Sind die GASAG-Platten auf dem Bürgersteig eigentlich
Stolpersteine? Gerade weil er sich jener Verschränkung von Sprechabsicht und sedimentierter
Gewalt nicht verweigert erreicht Czollek eine ganz eigene Freiheit im Schreiben die letztlich
von möglichen Auswegen handelt. Czollek findet sie in verschütteten Traditionen in der
Aneignung religiöser Mythen in der Unterwanderung der Leser_innenschaft. Es ist ein Aufbruch
der hier gelingt: Die Möglichkeit des Sprechens.