Der bedeutende deutsche Zeichner und Maler Karl Bohrmann (1928-1998) verfasste über Jahre
Notizen zu Kunst und Kunstbetrachtung. Ausgangspunkt dieser Sammlung war ein Kasten mit vielen
ungeordneten handschriftlichen Notizen im früheren Kölner Atelier des Künstlers. Sein Freund
Emmanuel Wiemer hatte sie Mitte der 80er Jahre entdeckt und deren Drucklegung in kleiner
Auflage als private Edition anlässlich des 60. Geburtstags Bohrmanns angeregt und ermöglicht.
Die Spannbreite und Tiefe von Bohrmanns Gedanken reichen dabei von fundamentalen
Fragestellungen über die Kunst bis zur Definition von Farbe und Raum oder auch von Realität und
Abstraktion. Bohrmanns Definitionen sind klar und einleuchtend so beschreibt er das Bild an
sich als Die Anwesenheit von Abwesenheit. Diese Aphorismen - ganz aus der Anschauung gewonnen
zutiefst persönlich und poetisch - zählen zu den erhellendsten Gedanken eines deutschen
Künstlers der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.