Seit mehr als 15 Jahren berichtet das Wissenschaftliche Institut der PKV (WIP) über den
Arzneimittelbedarf von Privatversicherten. Als Ausgangspunkt aller Überlegungen dienen die
regulatorischen Unterschiede zwischen GKV und PKV die sich in allen Marktsegmenten
niederschlagen. Im Zeitverlauf von 2019 bis 2023 zeigt sich dass ... · Privatversicherte
überproportional häufig neue und patentgeschützte Arzneimittel erhalten. Mit einem
durchschnittlichen PKV-Marktanteil von über 16% bei innovativen Medikamenten - deutlich über
dem Bevölkerungsanteil von 10 5% - tragen Privatversicherte erheblich zur Finanzierung von
Forschung und Entwicklung neuer Arzneimittel bei. Etwa 70% aller PKV-Arzneimittelausgaben
fließen an forschende Pharmaunternehmen für patentgeschützte oder ehemals patentgeschützte
Medikamente. · die Effizienz mit einer verstärkten Generikanutzung in der PKV steigt. Der
Generika-Versorgungsanteil wuchs auf 62 6% aller durchschnittlichen Tagesdosen. Die
PKV-Generikaquote am generikafähigen Markt stieg in den letzten fünf Jahren um 5 Prozentpunkte
auf 74 7% während sie in der GKV um 1 8 Prozentpunkte auf 87 0% zunahm. Dies zeigt dass
Eigenverantwortung und verfügbare Steuerungsinstrumente in der PKV wirksam sind. · sich die
PKV-Arzneimittelversorgung trotz Pandemie als stabil und resilient erwies. Nach
pandemiebedingten Schwankungen zwischen 2020 und 2022 erreichten die Ausgaben 2023 mit 4 5
Milliarden Euro ein neues Höchstniveau (+6 6% gegenüber Vorjahr). Die Versorgungsstabilität
blieb erhalten wobei Privatversicherte durch überproportional viele neue Medikamenten von
Versorgungsengpässen weniger betroffen sein dürften. Die weiterführenden Analysen gehen auf
Details der einzelnen Marktsegmente ein. Insbesondere die stark wachsenden Rechnungsbeträge zur
Behandlung chronischer Erkrankungen sind auffällig. Der damit verbundene Mehrumsatz durch die
PKV hält den Pharmastandort Deutschland attraktiv.