Die Psychoanalytikerin Carola Hesse-Marx geht der Frage nach wie es dazu kommen konnte dass
sich Menschen anstatt mit dem Leben mit lebloser Materie identifizieren. Und sie geht der Frage
nach warum die technisch konstruierten Wahngebilde destruktiver Narzissten gesellschaftlich
als Fortschritt anerkannt werden. Denn im Gegensatz zum armen Schizophrenen ist der destruktive
Narzisst in der Lage seinen Wahnsinn in der Außenwelt zu verwirklichen. Während beim Großteil
der Menschheit der Menschwerdungsprozess zur Liebesfähigkeit hinreichend gelungen ist ist er
bei beunruhigend vielen Menschen gescheitert. Diesen Menschen attestiert Hesse-Marx einen
destruktiven Narzissmus bis hin zu Zerstörungswahn gepaart mit extremer Technologiegläubigkeit.
Wenn wir in unserer Menschheitsgeschichte zurückblicken sehen wir einerseits Neid Hass
Zerstörung. Dem stehen die großartigsten Zeugnisse der Kreativität und Liebesfähigkeit
gegenüber. Immer versuchte der Mensch dem Tod das Leben entgegenzusetzen. Das hat sich radikal
geändert: Nun setzt der postmoderne Mensch dem Leben den Tod entgegen. Dass sich der Mensch mit
seinem Werkzeug identifiziert hat es niemals zuvor in der Menschheitsgeschichte gegeben. Das
ist wirklich neu. Es ist das Unheimlichste das dem Menschen auf seiner langen evolutiven
Suche nach sich selbst bisher eingefallen ist. Warum konstruieren Menschen Maschinen die wie
Menschen aussehen - technisierte Puppen sogenannte »Humanoide Roboter« und »Androide« und
technisierte Bilder sogenannte »Avatare« - und behaupten diese seien in nächster Zukunft der
bessere Mensch? Warum löscht der postmoderne Mensch seine Natur die das Leben ist aus und
ersetzt Leben durch biologisch psychisch und geistig Totes?