Was geschah mit den Millionen Exemplaren von Büchern die seit der Erfindung des Buchdrucks in
die Welt gekommen sind? Manche wurden ein Opfer von Feuer oder Wasser andere dienten als Pack-
oder Toilettenpapier. Doch schon früh entdeckten Buchhändler dass man mit gebrauchten Büchern
die in Privatbibliotheken standen oder auf Dachböden verstaubten ein zweites Mal Geschäfte
machen konnte. Der 'zweite Buchmarkt' versorgte Fürsten und Bauern Gelehrte und Kaufleute
Studenten und Dienstmädchen gleichermaßen mit Lesestoffen die zudem meist deutlich preiswerter
waren als Neuerscheinungen. Der Zugriff auf das in den Büchern der zurückliegenden Jahrhunderte
gespeicherte Wissen wurde in einer bis dahin unvorstellbaren Weise erleichtert. Neben dem
Antiquariatsbuchhandel bildeten Auktionen die zweite Säule des Handels mit gebrauchten Büchern.
Basierend auf einer systematischen Auswertung der Anzeigen in den Leipziger Zeitungen sowie
zahlreicher archivalischer Quellen bietet die Bibliografie einen umfassenden Überblick über die
Versteigerungen von Büchern in Leipzig zwischen 1670 dem Beginn des Auktionswesens in der
Stadt und dem Jahr 1800. Erfasst sind alle reinen Bücherauktionen sowie alle sonstigen
Versteigerungen bei denen neben Waren aller Art auch Bücher Gemälde Kupferstiche
Handzeichnungen Musikalien Landkarten sowie Münz- und Naturaliensammlungen unter den Hammer
kamen.