Christian Hardinghaus enthüllt erstmals die vollständige Geschichte von Konrad Morgen dem
einzigen Mann der systematisch Verbrechen der SS aufdeckte und dabei über 200 Anklagen gegen
zum Teil hochrangige SS-Angehörige formulierte. Warum holte Himmler ausgerechnet den Mann
zurück den er zuvor selbst wegen ideologischer Unzulänglichkeiten degradiert und an die
Ostfront strafversetzt hatte? Die Antwort: Gerade Morgens Außenseiterrolle machte ihn zum
perfekten Werkzeug - unbestechlich unvernetzt steuerbar. Als Sonderermittler Himmlers
durchkämmt der rehabilitierte SS-Richter die Konzentrationslager Buchenwald Auschwitz und
Lublin und stößt auf eine industrielle Vernichtungsmaschinerie auf SS-Männer die sich am
Zahngold der Ermordeten bereichern und auf sadistische Kommandanten wie Karl Koch den er zum
Tode verurteilen lässt. Doch hinter dem "SS-Blutrichter" verbirgt sich ein noch größeres
Geheimnis: Seine obsessive Liebe zu Maria Wachter wird zum privaten Schlachtfeld gegen die
NS-Rassenbürokratie. Basierend auf erstmals vollständig ausgewerteten Privatbriefen und
Nachlassdokumenten des Fritz Bauer Instituts erzählt Hardinghaus diese Geschichte mit der
Spannung eines Thrillers: von der Ostfront über Auschwitz bis zu den Nürnberger Prozessen - ein
dramaturgisches Meisterwerk zwischen Liebe Macht und Moral. Diese Biografie entmythologisiert
Morgen: Ein Mann der nicht für abstrakte Gerechtigkeit kämpfte sondern für sein Recht auf
Liebe zu einer von der SS als rassisch minderwertig eingestuften Frau. Weder Held noch Täter
sondern ein pflichtbewusster Jurist der ungewollt zum Systemsaboteur wurde. Eine Fallstudie
über die paradoxen Risse totalitärer Macht - und die hauchdünne Grenze zwischen Recht und
Unrecht.