Die Schriftstellerin Adelheid Reinbold (1800-1839) ist dem aktuellen Kanon der Literatur der
Romantik entgangen. Sie gehörte allerdings als geschätztes Mitglied zu den festen Größen des
literarischen Kreises um Ludwig Tieck in Dresden und ist doch weitestgehend der Vergessenheit
anheimgefallen. Das vorliegende Buch soll diese Misere beheben: Es präsentiert ausgewählte
Novellen endlich wieder in gedruckter Form. Es lädt zur Entdeckung der sowohl romantischen als
auch progressiven Weltsicht einer jungen Frau des frühen 19. Jahrhunderts und ihres
erzählerischen Talents ein. Die Herausgeber:innen entdeckten im Dezember 2023 in Rahmen ihrer
Arbeit für den Förderverein 'Eliasfriedhof e.V.' die Grabstätte von Adelheid Reinbold auf dem
Eliasfriedhof Dresden. Von Neugier getrieben forschten und forschen sie als Laien zu ihrer
Person und zu ihrem Werk. Ein Ergebnis dieser Tätigkeit unterstützt durch den Germanisten Dr.
Jakob Christoph Heller ist das vorliegende Buch. Diese Publikation wurde von dem Gedanken
getrieben eine so faszinierende Erzählkunst wie jene der Adelheid Reinbold wieder in
Papierform würdig präsentieren zu können. Adelheid Reinbold wurde im Januar 1800 in Hannover
geboren. Unter schwierigen Umständen aufgewachsen ging sie mit 20 Jahren als Erzieherin in das
angesehene Bankiershaus Pereira-Arnstein in Wien. Schon dort widmete sie sich ihrem Hang zum
Schreiben. Nach längeren Aufenthalten in Wien und Mariensee bei Hannover zog sie mit 33 Jahren
nach Dresden. Hier wurde sie in den Kreis um Ludwig Tieck aufgenommen der ihr Schreiben
förderte und ihr einen freundschaftlichen Platz in seiner Familie bot. Erst mit ihrem Tod im
Februar 1839 lüftete Ludwig Tieck das Geheimnis hinter ihrem Pseudonym 'Franz Berthold'.