Die Vagina Dentata ist heute eine Stellvertreterin eine Metapher für die Kastrationsangst des
Mannes. Das liest man zumindest in vielen wissenschaftlichen Untersuchungen und
Online-Recherchen zu diesem Motiv. Dabei wurde die Vagina Dentata erst durch die
Kolonialisierung "verwestlicht" und zu diesem Männerschreck gemacht. Nach einer bildlichen
Betrachtung des Motivs und einem Überblick über die historische Entwicklung werfe ich mit
meinem feministischen Blick ein anderes Licht auf die gängigen Verwendungen des Mythos. Ich
stelle die These auf dass der Darstellung der Vulva als etwas Böses ein Sinn innewohnt und
zwar die Systemregulierung des Patriachats. Mythen und Erzählungen haben eine große Macht über
die Gesellschaft. Sie sind wie Erziehungsratgeber aus früher Zeit und die meisten Erzählungen
über die Vagina Dentata dienen des Erhalts eines Status in welchem die Frau mit einer Vielzahl
von Zuschreibungen untergeordnet wird. Das generierte Schreckensbild der penisverschlingenden
Vulva wird als Waffe genutzt um Frauen daran zu hindern selbstbestimmt dem patriarchalen
Idealbild der Frau zu entkommen. Macht die Frau einen "falschen" Schritt wird ihr vorgeworfen
böse zu sein falsche Entscheidungen getroffen zu haben und schlechte Angewohnheiten oder
Charakterzüge zu haben. Sie gilt nun als das Monster Hure Emanze und oder Zicke. Anschließend
werfe ich einen Blick auf Akte des feministischen Widerstands welche die Vagina Dentata
aufgreifen und diese gegen die Unterdrücker anwenden.