Was hat der heutige Militarismus mit dem Militarismus von vor über einhundert Jahren zu tun?
Angesichts des Erscheinungsjahres (1907) scheint diese Frage berechtigt. Dies könnte mit der
Gegenfrage beantwortet werden was sich seitdem verändert hat und was nicht. Wenn die Frage der
Aufrüstung und des Krieges nicht als Ausdruck einer bestimmten Politik einer kriegerischen
Regierung verstanden wird sondern die wirklichen Ursachen erforscht werden warum es so etwas
gibt könnte man zur Antwort gelangen dass beides sehr viel miteinander zu tun hat. So
untersuchte Liebknecht den Zusammenhang zwischen Klassengesellschaften und Militarismus und
seiner Ausprägung im Kapitalismus. Das führte ihn zu weitgehenden Schlussfolgerungen über die
Rolle des Militarismus in der Konkurrenz kapitalistischer Staaten untereinander aber auch wie
er innerhalb der Grenzen eines Nationalstaates wirkt. Die antimilitaristische Bewegung die
damals vor allem von der Jugend getragen wurde birgt dabei viele Lehren für heute und gibt
einen Ausblick welche Art der Aktivität notwendig wäre um der erneuten Kriegstreiberei etwas
entgegenzusetzen. Einige Schlussfolgerungen für heute und die Bedeutung des Buches für die
linke und antimilitaristische Bewegung zieht Daniel Kehl in seinem Vorwort zum Werk.