Ein Kleinod der englischen Literatur erstmals auf Deutsch übersetzt von Susanne Luber: H.G.
Wells (1866-1946) der für seine Science-Fiction und Abenteuerromane weltbekannt ist liefert
mit seinem frühen Werk von 1896 eine kurzweilige Hommage an das Fahrrad als Instrument der
Freiheit und des gesellschaftlichen Wandels. Der junge Tuchmachergeselle Hoopdriver macht im
Urlaub eine Landpartie mit dem Fahrrad. Die idyllische südenglische Landschaft fliegt vorbei
und er mehr als nur einmal von dem noch neuen Gefährt dessen Handhabung etwas Übung erfordert.
Dann begegnet er der gesellschaftlich deutlich besser gestellten jungen Dame Jessie Milton die
ebenfalls und weit routinierter mit dem Fahrrad unterwegs ist. Die Begegnung mit der hübschen
selbstbewussten Jessie öffnet dem sympathischen Helden die Augen für die Schönheit und die
Möglichkeiten des Lebens. Eine Sozialsatire eine humoristische und gleichzeitig bis in jedes
Detail realistische Darstellung die die englische Klassengesellschaft der spätviktorianischen
Zeit wie unter einem Vergrößerungsglas vorführt. "Hierzulande respektiert man
Klassenunterschied" heißt es gegen Ende des Romans und die Versuche der beiden Protagonisten
Grenzen zu überwinden die ihnen zum Teil nicht einmal bewusst sind können als komisch gelesen
werden aber auch als tragisch. Humor Satire und Realismus gehen Hand in Hand. Denn Wells
wusste wovon er schrieb: Er selbst wurde als 14-Jähriger in eine verhasste Lehre als
Textilverkäufer gesteckt und war in den 1890er-Jahren der Zeit des Fahrradbooms in England
ein begeisterter Radfahrer. Er kannte jeden beschriebenen Ort und jede Straße von eigenen
Fahrradtouren. Zudem war er als fortschrittlicher Intellektueller mit der frühen Frauenbewegung
und dem Typus der "Neuen Frau" konfrontiert. So steckt unter der leichten und amüsanten
Erzählung nicht nur eigene Erfahrung sondern auch handfeste Sozialkritik. Ins Deutsche
übersetzt von Susanne Luber und mit 40 Original-Illustrationen der Erstausgabe von 1896 von
James Ayton Symington versehen.