In der modernen Rezeption wird die mittelalterliche Kriegsführung oftmals auf große Schlachten
oder Belagerungen reduziert in denen sich zwei verfeindete Parteien gegenüberstehen und mit
beträchtlichen Truppenkontingenten brutal um den Sieg ringen. Die komplexen Strukturen die
zur Aufbringung militärischer Kontingente innerhalb des feudalen Kriegswesens im
Spätmittelalter nötig waren sowie die Zusammensetzung größerer Heeresverbände samt deren
Verlegung und Versorgung bleiben hierbei unberücksichtigt. Neben dem Adel waren wehrpflichtige
Aufgebote bestehend aus den Stadt- und Landbewohnern ein elementarer Bestandteil der
Kriegsführung im Spätmittelalter. Entsprechend mussten diese Wehrpflichtigen über Rüstzeug und
Bewaffnung verfügen regelmäßig gemustert werden und zumindest grundlegend über militärische
Disziplin verfügen sowie im Umgang mit Waffen geübt sein. Der vorliegende Band beschäftigt
sich mit dem Heerwesen im deutschsprachigen Raum während des 15. Jahrhunderts. Die
Zusammensetzung Mobilmachung und Organisation militärischer Verbände werden ebenso
thematisiert wie die Wehrpflicht für die Stadt- und Landbevölkerung sowie deren taktisches
Einsatzvermögen innerhalb bewaffneter Konflikte. Die Bewaffnung die Ausrüstung und das
Kriegsmaterial der militärischen Aufgebote werden zudem analysiert und visualisiert wodurch
sich ein besonders anschauliches Bild der spätmittelalterlichen Militärgeschichte ergibt.