Die Rede vom Frieden beherrscht die hiesige politische Debatte als moralische Rechtfertigung
ihrer Kriegsbeteiligung gegen 'das Böse' in Gestalt der Russischen Föderation. Sie setzt von
heute auf morgen die politische Verpflichtung 'Nie wieder Krieg!' außer kraft und findet sofort
Unterstützung in den Reihen hiesiger Bürger. Als loyale Nationalmoral beherrscht sie die Medien
mit deren Hilfe zugleich die Fahndung nach 'Putin-Verstehern' betrieben wird. Und wenn mit der
westlichen Militärhilfe an die Ukraine die Ruinierung dieses Landes inklusive Teile seiner
Bevölkerung in Kauf genommen wird dann kann man sich fragen wie die
Nachkriegs-Friedensordnung wohl aussehen mag um deren Sicherung es dem Westen allein zu tun.
Eines steht fest: Mit einer solchen Friedensordnung werden nicht gewaltlose Verhältnisse
innerhalb und zwischen den Ländern etabliert. Wenn Staaten sich beständig im Frieden aufrüsten
und große Teile ihres nationalen Reichtums in Zerstörungsgerät investieren dann rechnen sie
mit Kriegen. Und da solche Kriege dann mit unschöner Regelmäßigkeit zwischen den Staaten
ausbrechen die sich dieser Ordnung widmen dann stellt sich die Frage was diese Verhältnisse
derart instabil macht. Offensichtlich kommt der Frieden in dieser Welt ohne Krieg nicht aus.
Das Urteil Krieg und Frieden würden sich ausschließen kann man getrost vergessen.