Die Menschen in den Spitzenverbänden der Wohlfahrtspflege gehören mit ihrer Arbeit gegen die
sich ausbreitende Vernachlässigung der Ärmsten zum Bindegewebe der Gesellschaft. Sozialer
Zusammenhalt ist keine Selbstverständlichkeit er braucht die bürgerschaftliche
Selbstgestaltung also Strukturen und Handlungsfelder außerhalb gewinnwirtschaftlichen Handelns
und staatlicher Institutionen. Ein Aktuer dieser bürgerschaftlichen Selbstgestaltung ist der
Paritätische dessen Vorsitzender der Autor viele Jahre war. Parität steht für Gleichheit aller
Menschen in ihrem Ansehen und ihren Möglichkeiten also für Gleichwürdigkeit und
Chancengleichheit. Soziale und gesundheitsbezogene Arbeit muss Benachteiligungen ausgleichen
egal wer sie verursacht hat sei es die Gesellschaft sei es die Natur sei es das Schicksal.
Deshalb finden sich Organisationen der Freien Wohlfahrtspflege an den Bruchstellen der
Gesellschaft von der Straffälligen-Hilfe über die Frauenhäuser zu den Organisationen der
Suchthilfe von queeren Organisationen über die Integration von Langzeitarbeitslosen bis hin zu
den Selbstorganisationen von Migrantinnen und Migranten. Die in der Wohlfahrtspflege
arbeitenden Menschen sind Teil jenes Nervensystems einer Gesellschaft die Missstände dort
wahrnehmen wo andere nicht so gerne hinschauen. Durch die Gesamtheit der dabei täglich
gesammelten Erfahrungen mit der Entstehung von und dem Umgang mit sozialen physischen und
psychischen Nöten und Benachteiligungen machen sie die Öffentlichkeit und die Politik immer
wieder darauf aufmerksamn dass nicht nur aber vor allem die materielle Armut im Lande groß
ist und zunimmt. Der Autor stellt in diesem Band die Erkenntnisse aus seiner langjährigen
Arbeit zur Diskussion.