Passage. Welch ein Wort! Es weckt Bilder aus einer anderen Zeit einer Zeit als nur das Reisen
über See die Menschen über Kontinente hinweg verband. Passage das ist auch das was passiert
was einem widerfährt während der Reise von einem Ufer zum anderen. An Bord des
Forschungsschiffs Polarstern reist Jürgen Wassmuth mehr als 10.000 Meilen über das Meer. Von
Europa nach Capetown auf direktem Weg zur Antarktis über unvorstellbar tiefes Meer des
Atlantico del Sur mit riesigen Wellen einem Eisschollen-Spaziergang am 60. Breitengrad und
dann vom Weddell-Meer zur Bahia de Ushuaia mehr als 1.000 Kilometer durch die Drake Passage
nach Patagonien. Von dort nach Buenos Aires und endlich der Sprung zurück über das Meer nach
Paris. Bildreich und wortschön beschreibt Jürgen Wassmuth die Eindrücke seiner Reise:
"Wunderbare Unendlichkeit. Faszinierendes Schweben. Feines Anregen der Nerven und Gedanken
dieses Kitzeln des kleinen David Mensch gegen den großen Goliath Natur." Wie die Wellen mit dem
Schiff spielt Jürgen Wassmuth mit seinen Worten lässt seine Passage so zu einem Tanz der
Eindrücke auf dem Meer der Erinnerungen werden. Dabei zeigt er sich als ein Meister der feinen
Selbstbeobachtung auf dem Weg vom gesicherten Landleben in das ewige Eis: Noch nicht Eis
schon nicht mehr Wasser. Ruhiges lauerndes Dazwischen. Zwischenraumstille. Doch dann wird die
Reise ins ewige Eis jäh unterbrochen. Am Ende droht die Mission zu scheitern. Aber ist ein
Scheitern wirklich eine Niederlage oder gar ein Ende?