Auch wenn es nicht auf den ersten Blick erkennbar ist: Das uralte Verfahren des Skulptierens
ist für Kinder und Jugendliche bedeutsam und sie sind dafür begabt. Wie lässt es sich erlernen
und fördern? Was ist eine bildnerische Begabung? Wie entsteht sie und welche Rolle spielen
soziales Umfeld und Kunstunterricht dabei? Diesen Fragen geht die vorliegende Arbeit nach
indem sie eine der ältesten Gestaltungspraxen der Menschheit untersucht: das Skulptieren. Die
Gestaltung einer Skulptur ist ein besonderer Akt bei dem Körper und Geist aktiviert werden.
Sie erfordert spezifische aufeinander aufbauende Teilhandlungen die weit über alltägliche
Denk- und Wahrnehmungsmuster hinausgehen. Dies macht die Verfahrenstechnik hochgradig komplex.
Gleichzeitig vermittelt das Skulptieren jedoch besondere körperhaft-räumliche Erfahrungen
insbesondere im Bereich der Selbstwirksamkeit. Trotz seiner Bedeutung wurde das Skulptieren in
der wissenschaftlichen Kunstpädagogik und im Kunstunterricht bislang meist vernachlässigt. Die
vorliegende Arbeit schließt diese Lücke indem sie hermeneutisch-empirisch gestützte
Erkenntnisse über die Lehr- und Lernbarkeit der Gestaltungspraxis liefert und zeigt warum ihr
im Kunstunterricht mehr Bedeutung beigemessen werden sollte. Sie entwirft eine systematische
relational-anthropologisch interpretierte Skulpturdidaktik die verdeutlicht wie Kinder und
Jugendliche skulptural wahrnehmen denken gestalten und lernen und was der Kunstunterricht
leisten muss um Lernende in dieser künstlerisch-handwerklichen Technik individuell zu begaben.
Damit leistet das Buch einen innovativen Beitrag zur Erforschung der spezifischen
körperhaft-räumlichen Gestaltungspraxis und regt zum Umdenken innerhalb der kunstpädagogischen
Grundlagen- und Begabungsforschung an.