Am Etablí dem Uhrmacher-Tischchen bei Meyers in Biel fertigt Vater Max in Heimarbeit Uhren
während der Sohn ihm dabei zur Hand geht. In diesen Stunden der Zweisamkeit erfährt Frank A.
Meyer Geschichten die sein Weltbild zeitlebens prägen. Etwa diese: Wie sich der Vater Max
stolzer Arbeiter Sozialist und Schweizer Patriot weigert mit Schweizer Nazis die
Nationalhymne zu singen. Oder die väterliche Erkenntnis: Die freiheitliche Gesellschaft ist wie
eine Uhr - sie funktioniert nur als Ganzes und alle Teile sind gleich bedeutsam. Beim Sohn
verdichtet sich die Erinnerung an diese Erzählungen zum totalen Republikanismus den Frank A.
Meyer in Wort und Schrift in stets heiligem Furor auf allen Kanälen einfordert - davon handelt
diese Biografie die zu einer Zeit erscheint in der die Uhr der freiheitlichen Gesellschaft in
vielen Ländern nicht mehr rund läuft. Wir sehen einen der als Schriftsetzer noch mit Blei an
den Händen in die Welt der Sprache eintritt. Wir sehen einen der seit vierzig Jahren im
Zürcher SonntagsBlick eine wöchentliche Kolumne schreibt und im Berliner Cicero seit zwei
Jahrzehnten das Gleiche tut. Wir sehen schliesslich einen der über viele Jahre in seiner
TV-Sendung Vis-a-Vis einstündige Zwiegespräche mit Menschen geführt hat die die Schweiz
Deutschland ja Europa im 20. und beginnenden 21. Jahrhundert politisch wirtschaftlich und
kulturell geprägt haben.