Kaum einer Persönlichkeit hat die erzgebirgische Heimatliteratur soviel Aufmerksamkeit
geschenkt wie Karl Stülpner (1762-1841). Die überlieferten Darstellungen folgen zumeist
erzählerischen Mustern und verzichten zugunsten unterhaltsamer Dramaturgie auf historische
Genauigkeit. Die Stülpner-Forschung hat lange gebraucht um sich vom Einfluss der zahlreichen
Legenden zu lösen. Der Gornsdorfer Heimatforscher Steffen Scholtz legt mit seiner Biografie
"Mythos Karl Stülpner" eine Lebensbeschreibung des erzgebirgischen Volkshelden vor die auf
Grundlage historischer Dokumente entstand. Bislang unbekannte Archivalien darunter auch
tschechische Aktenbestände konnten erstmals umfassend ausgewertet werden. Auf Basis der daraus
gewonnenen neuen Erkenntnisse werden bisherige Auffassungen hinterfragt und neu bewertet.
Darüber hinaus versetzt er die Leserinnen und Leser in die Lage sich von Stülpners Zeit im
böhmischen Exil zu der es kaum Informationen gab ein detaillierteres Bild zu machen. Das
vorliegende Buch bietet damit eine fundierte Grundlage für die weitere Stülpner-Forschung.