Ab 1850 vollzieht sich eine radikale Transformation der Bibliotheken und das weltweit. Sie
bleiben Literaturarchive werden aber nun durch regelmäßige Etats zu Orten die das Neueste im
Regal haben und das aktuellste Wissen kommunizieren. Das Lesen wird in den modernen
Industriegesellschaften zur umfassenden Beschäftigung mit der eigenen Welt der Aufenthalt in
der Bibliothek zu einem Akt der Selbstvergewisserung. Problematisch ist im 19. Jahrhundert die
Umweltverschmutzung der Gang zur Bibliothek führt durch Schmutz und Smog. Karl Marx beschwert
sich über den 'Stadtnebel' der den Lesesaal zur vorzeitigen Schließung zwingt.
Belüftungsanlagen und Ventilationseinrichtungen werden entworfen und eingesetzt um das Atmen
beim Lesen zu stützen. Der Lesesaal wird zur Klimaoase. Hygiene heißt das neue Wissen von der
schlechten Luft und dem was sie transportiert: Staub Ruß Keime Bazillen. Lehrstühle und
Institute widmen sich diesem Wissen Zeitschriften tragen es um die Welt. Das Interesse ist
groß und wer sich kundig machen will geht in die Bibliothek. Dort wird die Alltagserfahrung
des modernen Stadtmenschen problematisiert. In den Lesesälen kommen die hygienischen
Diskussionen zusammen dort sind sie präsent wie nirgends sonst. In den Lesesälen wird eine
künftige Welt erdacht in der wir nicht so schnell sterben.