Bis heute gibt es nur wenige Einblicke in die Kriegserfahrungen queerer Menschen. Das liegt vor
allem daran dass ein Großteil der Kriege der jüngeren Vergangenheit an Orten geführt wurde an
denen es für queere Menschen im Allgemeinen nicht sicher ist sich zu outen. Daher blieben ihre
Geschichten unerzählt. Das vorliegende Buch will das ändern. Mit der russischen Invasion in der
Ukraine sind queere Menschen zu einem sichtbaren Teil des Kriegsgeschehens geworden. Während
sie sich der Verteidigung ihres Landes anschließen kämpfen sie weiterhin für ihre
gesellschaftlichen Rechte. Die Freiheit queerer Menschen und der Kampf für Demokratie sind in
der Ukraine eng miteinander verbunden. Der russische Präsident Wladimir Putin hat den Krieg
auch als Kampf zur Verteidigung "traditioneller Werte" proklamiert. Es ist der erste Krieg in
dem eine globale Supermacht in ein Nachbarland einmarschiert ist mit dem ausdrücklichen Ziel
LGBTQ-Rechte zurückzudrängen. Der preisgekrönte Fotograf und Journalist J. Lester Feder zeigt
uns durch seine berührenden Porträts und aufwühlenden Geschichten das queere Gesicht dieses
Krieges. Er fängt die vielen Momente und Situationen ein in denen queere Menschen in
bewaffneten Konflikten besonders verwundbar sind - und jene in denen sie in besonderem Maße
für ihre Rechte einstehen.