Rom die viel begangene Stadt besucht Angelika Reitzer in ihrem titelgebenden Zyklus Blauzeug.
Sie trifft auf Arbeiterinnen Dichter und Künstlerinnen erfährt das traurige Schicksal der
kapitolinischen Wölfin und kommt vorbei an Märkten auf denen sich die Tische unter Fleisch und
frischen Früchten biegen. Einmal himmelfarben einmal im Wasser der Brunnen einmal
ausgebleicht erzählt sie die Stadt in allen Blautönen die sich mit Rot zu Violett vermischen
der Farbe der Fastentücher mit denen die Altäre in den Kirchen verhängt werden. Doch auch
andernorts ist das Blauzeug präsent in den zwischenmenschlichen Beziehungen und im Alltag.
Angelika Reitzers Gedichte sind involvierende Beobachtungen sie erzählen vom Aneinanderkrachen
der Bewohner*innen in einem Wiener Wohnhaus während der Pandemie oder der Unfassbarkeit des
Terrorangriffs am Schwedenplatz. Anhand lyrischer Indizes legt Angelika Reitzer schließlich die
grundlegenden Kategorien ihres literarischen Seins offen berichtet und reflektiert Kindheit
Wohnen Arbeiten und Demokratie legt Hintergründe und Haltungen dar. Eines gilt dabei stets:
»Es wird alles alles mit eigenen Augen besehen.«