In den 1980er-Jahren geschrieben seither verschollen und nun wiederentdeckt: Erich Frieds noch
nie publizierter absurder parabolischer Text 'Johnny will leben' basiert auf einem
Theaterstück von Jura Soyfer über die Stadt Vineta. Erich Fried bearbeitete den Schlüsseltext
über die 1930er-Jahre mit massenhafter Arbeitslosigkeit Ignoranz und weltweit erstarktem
Faschismus aus der politischen Perspektive seiner Zeit. Unter den Vorzeichen der heutigen
globalen Entwicklung ist der Text aktueller denn je. In Frieds Stadt Jumne gibt es eine
strenge Voraussetzung: Bürger der Stadt kann nur werden wer vergisst. Johnny jedoch will seine
Erinnerungen nicht loslassen denn sie definieren sowohl ihn als auch die Gesellschaft.
Verwundert wandert er durch die Straßen vorbei an sinnlosen Demonstrationen führt ins Nichts
laufende Dialoge und findet sich wieder in einer ohnmächtigen Gesellschaft die in
Geschichtslosigkeit und Vergessen versinkt. Doch Johnny gibt nicht auf.