König Hirsch ein 1762 verfasstes Stück des italienischen Theaterdichters Carlo Gozzi
(1720-1806) handelt von Liebe und Verschwörung am Hofe von König Deramo. Auf der Suche nach
einer Braut fällt Deramo den Intrigen seines Widersachers Tartaglia zum Opfer und wird
vorübergehend in einen Hirsch verwandelt. Anlässlich der grossen Werkbund-Ausstellung von 1918
in Zürich schufen der Schweizer Dramatiker René Morax (1873-1963) und der Regisseur Werner
Wolff (1886-1972) eine Adaption von Gozzis Märchenspiel als amüsante Dada-Parodie auf Sigmund
Freuds und Carl Gustav Jungs Psychoanalyse. Die Inszenierung war als Puppenspiel konzipiert
für das die Avantgarde-Künstlerin Sophie Taeuber-Arp (1889-1943) die Bühnenbilder und ein
Ensemble von 17 radikal abstrahierten Marionetten entwarf. Diese brachen mit jeder Tradition
des Genres geprägt durch Taeuber-Arps Schaffen in freier und angewandter Kunst und ihre
Erfahrungen im zeitgenössischen Ausdruckstanz. Dieses englischsprachige Buch bietet erstmals
den deutschen Originaltext von Morax' und Wolffs König-Hirsch- Adaption illustriert mit
neu aufgenommenen Fotografien von Taeuber-Arps ikonischen Marionetten. Essays renommierter
Autor:innen widmen sich der Entstehung des Marionettenstücks von 1918 im historischen Kontext
der künstlerischen Schweizer Avantgarde.