Die Bewegung 2. Juni fand bisher im Feld der Terrorismusforschung wenig Beachtung obwohl die
Gruppierung bekannte Persönlichkeiten wie den CDU-Politiker Peter Lorenz entführte diverse
Banken überfiel und Bombenanschläge verübte. Die Geschichte der Gruppierung beginnt 1969
mit dem wilden Leben in den Kommunen Westberlins macht einen Zwischenstopp in südjemenitischen
Guerillatrainingscamps und endet 1980 in Paris mit dem Zusammenschluss mit der RAF. Die
Mitglieder überschritten also nicht nur geographische Grenzen sondern auch Grenzen der Gewalt:
vom Steinwurf zur Flugzeugentführung. In seiner Analyse zeichnet Max Gedig nicht nur ein
detailliertes Bild der Geschehnisse sondern auch der Mitglieder ihrer politischen Ziele und
des radikalen Milieus aus dem sie sich rekrutierten. Max Gedig betrachtet die Gruppierung
dabei sowohl aus einem historischen Blickwinkel als auch aus den Perspektiven der Gewalt-
Organisations- und Gemeinschaftssoziologie. Der interdisziplinäre Ansatz ermöglicht eine
besonders umfassende Analyse der Organisation. Diese trägt wesentlich zum Verständnis der
radikalen Linken sowie der politischen Gewalt der deutschen Nachkriegsgeschichte bei.