Pathos ist überall. Permanent sind wir bewegt empört und berührt von der Welt - und wollen das
auch mit allen teilen. Pathos bedeutet Macht. Wenn die eigene Bewegtheit andere bewegt kommen
erst die Dinge ins Rollen. Dann kann Pathos Veränderung bedeuten. Gleichzeitig spiegelt sein
Einsatz auch die herrschenden Machtverhältnisse wider. Scharf und pointiert seziert Solmaz
Khorsand die einzelnen Tonlagen des uns stets umgebenden Pathoskonzerts. Sie misst die
Lautstärke der Wortführer und hört bei den leisen Äußerungen der Ausgeschlossenen genau hin.
Sie spürt wessen aufgeregtes Geheul Gewicht hat und wem man rät doch bitte nicht so
pathetisch zu sein. Sie zeigt den fein balancierten Kipppunkt an dem sich entscheidet ob
Pathos zu Achtsamkeit führt oder zu Radikalisierung. Und nicht zuletzt tritt sie ein für ein
Innehalten ein Dämpfen unseres eigenen Lärms und einen realistischen Blick auf uns selbst der
dazu ermutigt im richtigen Moment einfach mal den Mund zu halten.