Ein literarischer Schatz ? von den alten Meistern bis zu den modernen Stimmen Gedichte zu
schreiben hat eine lange Tradition in Japan. Schon seit der Dynastie von Kaiser Nintoku
(313?399) sind erste Gedichte dokumentiert. Die hier vorgelegte Auswahl streift einige der
bedeutendsten Entwicklungen in der Geschichte der japanischen Lyrik. Als Sammlung bietet sie
eine bunte Mischung unterschiedlichster Themen. Das Spektrum reicht von einer Kaiserin die vor
mehr als tausend Jahren regierte über Hofbeamte Hofdamen und Einsiedler unterschiedlicher
Epochen bis in die Neuzeit mit Feministinnen und Hausfrauen die sich zum Dichten Zeit nehmen.
Gedichte wurden von Literaten und von Angehörigen literaturferner Berufe wie Gynäkologen und
Bankangestellten Medizinprofessoren und Gymnasiallehrern auch Tapeziermeistern Soldaten und
Bauern geschrieben. Wenngleich die weitaus meisten Gedichte von den zentralen Inseln Japans
stammen so erstreckt sich der geografische Raum vom nördlichsten Hokkaido bis zum südlichsten
Okinawa über eine Distanz von etwa 2700 Kilometern. Japanische Gedichte sind generell zwar
sehr kurz enthalten dennoch reichlich Anmut Witz intensive Gefühle nachdenklich stimmende
Gedanken und wirken oft sehr unterhaltsam. Dank ihrer Kürze und der einprägsamen Formulierungen
bleiben ihre Inhalte im Gedächtnis hängen. Man mag sie wieder und wieder lesen oft auch
mitsummen wenn sie trotz ihrer Kürze klangvoll geraten. Miki Sakamoto hat für die vorliegende
Auswahl ihre Heimat durchreist und die schönsten japanischen Gedichte gesammelt und übersetzt.