Was bleibt wenn alles sich verändert? Wenn die Welt sich verändert braucht es
Geschichten die Halt geben ? Hellere Tage erzählt eine davon. Nach dem gefeierten
Gesellschaftsroman Mittsommertage führt Ulrich Woelk seine Protagonistin Ruth Lember durch eine
weitere Phase existenzieller Umbrüche und erzählt mit literarischer Eleganz vom Wandel der
Werte und der Suche nach Nähe. Sein Roman ist das überzeugende Portrait einer Generation die
die fühlt wie ihre Distanz zur Gegenwart wächst. Ruth Professorin für Philosophie an
der Humboldt-Universität lebt inzwischen allein in Berlin-Moabit. Ihre Ehe mit Ben ist
Vergangenheit die Beziehung zu seiner Tochter ist zerbrechlich und doch voller Nähe. Ihre
Studentinnen und Studenten scheinen von Jahr zu Jahr jünger zu werden der wachsende Abstand zu
ihnen beunruhigt Ruth ebenso wie die Spaltung der Gesellschaft. Dann tun sich auch im Privaten
der sicher geglaubten Vergangenheit Risse auf: Der Tod ihres Vaters konfrontiert Ruth mit
einem Familiengeheimnis das ihre Identität erschüttert. Mit feiner Ironie und großer Empathie
zeichnet Woelk das Porträt einer Frau die sich den Fragen ihrer Zeit stellt: Was bleibt von
familiären Bindungen wenn die Konstellationen neu verhandelt werden? Wie verändert sich unser
Selbstbild wenn die Vergangenheit in anderem Licht erscheint? Hellere Tage ist ein kluger
berührender Gesellschaftsroman über Generationen Identität und den Wunsch uns zugehörig zu
fühlen ? ein literarischer Spiegel unserer Gegenwart.