Wolfgang Döring gilt als einer der umstrittensten Politiker der FDP. Geprägt von den
Erfahrungen des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs schloss er sich den
nordrhein-westfälischen Freien Demokraten an und trieb als Hauptgeschäftsführer dort die
rechtsnationale Sammlungsbewegung voran. Als Landtagsabgeordneter in Düsseldorf initiierte er
ein Misstrauensvotum das den Sturz der Landesregierung herbeiführte und die Bildung der ersten
sozialliberalen Koalition ermöglichte. Um die Wiedervereinigung voranzutreiben führte er
direkte Gespräche mit Politikern der DDR. Im Bundestag trat er entschieden gegen Konrad
Adenauers Deutschlandpolitik und die atomaren Aufrüstungspläne von Franz Josef Strauß auf und
verteidigte während der Spiegel-Affäre seinen Freund Rudolf Augstein sowie den Rechtsstaat
bevor er tragisch verstarb. Weniger bekannt ist dass er über Jahre hinweg mit dem BND
zusammenarbeitete wenngleich der Geheimdienst im Auftrag des Bundeskanzlers ihn und die FDP
selbst ausspionierte.