Eine Reifeprüfung besonderer Art haben die beiden Hauptprotagonisten in Uwe Johnsons erstem
Roman der erst nach seinem Tode veröffentlicht wurde abzulegen: Klaus Niebuhr und Ingrid
Babendererde müssen sich nicht nur auf die schulische Reifeprüfung vorbereiten sondern sich
auch zu der Kampagne der staatlichen Institutionen der DDR gegen die evangelische »Junge
Gemeinde« verhalten. Ingrid Babendererde soll auf einer Schulversammlung gegen die Wahrheit
die Mitglieder der »Jungen Gemeinde« denunzieren. Sie nutzt ihre Rede jedoch dazu die »Junge
Gemeinde« unter Hinweis auf die Verfassung der DDR zu verteidigen und den Direktor der Schule
wegen seines Vorgehens zu kritisieren und wird aus der Schule ausgeschlossen. Daraufhin
entschließt sich das »Paar« in den Westen zu gehen in eine »Lebensweise« die sie »für die
falsche erachten«. Ingrid Babendererde weist bereits alle Merkmale auf die für das Werk von
Uwe Johnson charakteristisch sind: die distanzierte und zugleich einfühlend-liebevolle Art in
der der Erzähler mit seinen Personen umgeht die eigensinnige Sprache die den Eigensinn der
Personen und ihrer Handlungen in den Anfangsjahren der DDR wiedergibt.