Das Gute hat zwei Gegensätze: das Schlechte und das Böse. Schlecht ist was von seinem inneren
Maß abweicht böse dagegen was das Gute verneint und sich ihm widersetzt. Das Böse ist nicht
die Abweichung von einem Maß sondern Gegnerschaft gegen das Maß Gegen-Maß. Es verhält sich
zum Guten nicht wie Schwarz zu Weiß sondern wie Nichtsein zu Sein. Dieser Gegensatz - der
kontradiktorische Gegensatz - tritt in der Natur nicht auf. Die Erkenntnis von Gut und Böse ist
deshalb als erstes und grundlegend die Erkenntnis dass das Gute keine Natur ist und also unser
Leben das wir durch die Idee des Guten leben kein natürliches Leben. Sebastian Rödls neues
Buch entfaltet die Gestalten des menschlichen des nichtnatürlichen Lebens als Recht Gewissen
und Geschenk.