'Anhand von drei Generationen iranischer Frauen die im Wahnsinn der großen Geschichte gefangen
sind hinterfragt Jina Khayyer mit kraftvollem Atem die Vorstellungen von Exil Erbe und
Emanzipation.' Leïla Slimani Es ist Nacht in Südfrankreich. Jina sitzt an ihrem Schreibtisch
das Telefon in der Hand. Im Sekundentakt aktualisiert sich ihr Instagram-Feed. Sie liest: 'Jina
Mahsa Amini wurde in Teheran von der Sittenpolizei ins Koma geprügelt.' Im nächsten Moment
begreift sie: Die junge Frau die so heißt wie sie ist tot. Im Feed folgen die Bilder: der
Protestzug Tausender Menschen auf den Straßen Mädchen und Frauen die ihre Haare unverdeckt
tragen darunter auch Jinas Schwester Roya und ihre Nichte Nika. Was als Versuch beginnt die
Gegenwart zu begreifen wird zur Reise in die Vergangenheit. Denn die Ereignisse wecken in Jina
Erinnerungen an ihre eigenen Aufenthalte im Iran: an die Gastfreundschaft der Menschen den
reich gedeckten Tisch der Tanten die Begegnungen im Sammeltaxi den Roadtrip zu Zarathustras
Feuertempel in Yazd - und an eine geheime Liebe. Aber auch an die Proteste während der Grünen
Bewegung 2009 an denen Jina teilnahm und die zur einschneidenden Lebenserfahrung wurden. Im
Herzen der Katze ist eine Familien- und Liebesgeschichte die Vorstellungen von Nationalität
und Zugehörigkeit von Frausein und Freiheit hinterfragt. Mit poetischer Intensität erzählt
Jina Khayyer von Mut Solidarität und Verantwortung und vom Nachklingen einer Heimat die sich
nicht abschütteln lässt.