★★★★★
k.A.
10.05.2026
ean-shopping.de
Dieses Buch ist ein unglaublich spannendes und eindringliches Porträt der brutalen Realität des Dreißigjährigen Krieges und der menschlichen Erfahrung von Tod, Vertreibung und Barbarei. Die Darstellung ist sehr lebendig und lässt einen tief nachdenken.
★★★★★
Sebastian Erxleben
11.10.2024
amazon.de
Der 30-jährige Krieg gehört sicherlich zu den Ereignissen, die Deutschland und Europa maßgeblich beeinflusst und geprägt haben. Diese Feststellung bezieht sich sowohl auf die sich anschließende politisch-historische Gestaltung des Kontinents als auch auf die deutsche Sprache, die mehr Wörter, Floskeln und Redewendungen aus dieser Zeit enthält, als die meisten Menschen wohl vermuten würden. Umso erstaunlicher, wie wenig präsent die über drei Jahrzehnte andauernde militärische Auseinandersetzung ist. Das 500-jährige Jubiläum der protestantischen Reformationsbewegung im vergangenen Jahr rückten die Folgen selbiger wieder in das öffentliche Interesse. Hinzukommt, dass der Beginn dieses Krieges nun genau 400 Jahre zurückliegt. Gründe, sich mit den Ursachen, dem Verlauf und den Ergebnissen dieser Katastrophe zu befassen, waren damit für mich ausreichend vorhanden. Die Vielzahl der damals agierenden Akteure, die zahlreichen Wechsel der Bündnispartner und die zeitliche Lände des Konflikts lassen diesen unübersichtlich erscheinen und werden Interessierte unter Umständen davor abhalten, sich mit dieser Thematik zu befassen.Die Sorge, sich als Leser des Buches in den Ereignissen zu verlieren, erwies sich allerdings als unbegründet. Dem Autor gelingt es trefflich, die Abfolge des Krieges zu schildern und dabei Zeitzeugen aus unterschiedlichen Sichtweisen und eigenem Erleben zu Wort kommen zu lassen. An vielen Stellen flechtet er - fast beiläufig - Beispiele dafür ein, die belegen, dass wir auch gegenwärtig die Sprache der damaligen Soldateska sprechen: Von der Pike auf lernen, seine Pappenheimer kennen und Spießbürger - diese, von uns fast täglich gebrauchten Wörter, haben in dieser Epoche ihren Ursprung. Zudem erwähnt der Verfasser viele Fakten, die in anderen Werken zum Thema (unverständlicherweise) kaum oder keine Erwähnung fanden. Dass dem Prager Fenstersturz andere Fensterstürze vorausgingen und dieser damit einer gewissen Tradition folgte, wird beispielsweise mutmaßlich nur Wenigen bekannt sein.Historische Abfolge, persönliche Schicksale und sprachlichen Einfluss - dem Autor gelingt es ausgezeichnet, alles miteinander zu verweben und mit seiner spannenden Erzählweise den Leser in die Welt des 30-jährigen Krieges zu ziehen. Das Buch wirkt weder wissenschaftlich zu anspruchsvoll noch zu populärwissenschaftlich verfasst. Es lässt weder bedeutende Personen und Geschehnisse weg, noch verliert es sich in Details. Angesichts der religiösen, politischen und auch personellen Komplexität des Krieges nötig diese Leistung dem Leser Respekt ab. Einmal das Buch zur Hand genommen, ist es schwer möglich, es wieder aus selbiger zu legen. Das Buch steht zu Recht auf der Spiegel-Bestsellerliste, denn genau da gehört es hin.
Das Buch ist in seiner Sprache und in seinem Stil verstädlich und spannend geschrieben. In großen Teilen wird der Krieg aus der Perspektive von mehreren Personen erzählt, die Tagebücher geschrieben haben. Es macht Spaß, das Buch zu lesen. Für den Leser, der sich nicht intensiv mit dem Thema und der damaligen Sprache auskennt, werden immer wieder Begriffe aus jener Zeit kurz und verständlich erklärt. Das fand ich sehr hilfreich.Trotzdem gibt es einen Punkt Abzug aus folgendem Grund: irgend wann beim Lesen wird es langweilig, schon wieder vom Umziehen der Soldaten und Belagerung usw. zu lesen.Trotzdem würde ich das Buch als Einstieg in dieses Thema sehr empfehlen.