★★★★★
k.A.
27.07.2026
ean-shopping.de
Dieses Buch ist eine faszinierende und tiefgründige Zeitreise in die Gedankenwelt der Querdenker und bietet eine spannende Perspektive auf historische Zusammenhänge. Ich war sehr begeistert von der einzigartigen Art und Weise, wie die Themen meditiert werden.
★★★★★
k.A.
27.07.2026
ean-shopping.de
Das Buch bietet eine interessante Perspektive auf die Entstehung der Querdenker und regt zum Nachdenken an. Allerdings empfand ich die Verbindung zu den historischen Aspekten als etwas zu abstrakt.
Ausgangspunkt jedwegen menschlichen Denkens ist für den Autor das politische links rechts Spektrum. Daran dass dieses Schema die Gesamtheit der Realität erschöpfend darstellt besteht auch kein Zweifel, da der Autor darauf verweist, dass anderes Befinden diesbezüglich ein Merkmal von rechten Verschwörungstheoretikern ist und somit der Sachverhalt, wie man weiß, keiner weiteren Diskussion bedarf.Interessant sind nun die Einordnungen welcher er vornimmt.Neben den offensichtlichen ideologischen Strömungen werden ebenso Grüne, bürgerliche Mitte, Hippies, 68er etc. mit "rechts" in Verbindung gebracht.Natürlich sind die darunter traditionell als links bekannten Vertreter nicht wirklich rechts sondern lediglich insgeheim rechts, oft ohne es zu wissen.Aber was bedeutet eigentlich rechts und links? Die zwei Wörtchen die in gefühlt jedem dritten Satz der 250 Seiten vorkommen werden leider in den ersten 95% des Buches nicht mal ansatzweise definiert. Erst auf den letzten Seiten geschieht dies auf immerhin umreißende Art und Weise.Nachdem dort zuerst noch einem marxistischen Politologen implizite rechte Tendenzen unterstellt werden erfahren wir dann, dass das was Gregor Strasser noch zum links sein gefehlt hat die Tatsache war, dass er "keinerlei Momente eines Internationalismus, keine Momente der Überwindung aller Hierarchien aller Menschen überall auf der Welt" hatte. Hm also ist links dann zb der liberale Kapitalismus?Aber dann wirds sogar noch ein bisschen konkreter. "Die Linke will Ungleichheit abschaffen und betont die Gleichheit aller Menschen". Bravo, damit sind wir schon ganz knapp über Slogan Level angelangt. Bis dahin muss man sich leider mit oberflächlichen Labels begnügen. Falls diese gelegentlich doch zu offensichtlich den philosophischen Tiefgang vermissen lassen, dann kann man sich immer noch durch Abschwenken ins hobby-psychologische behelfen.Das Buch hätte gerne halb so lang sein dürfen. Lediglich an zwei der Charaktäre (Gräser und Haeusser) kann ich mich noch erinnern, da diese sich durch das ganze Buch ziehen. Von den etlichen anderen esoterischen Spinnern welche fortwährend eingeführt werden sind mir jedoch leider mitsamt ihren breitgetretenen biographischen Details gleich noch die eigentlichen Gründe für ihre Relevanz bezüglich der allgemeinen Thematik entfallen.Akademisches Niveau kommt bestenfalls durch die mit algorithmischer Pedanterie angewandte Gendersprache auf aber auch ins andere, unterhaltsame, Extrem, dringt der Text trotz der zahllosen Skurrilen Gestalten nicht vor. Eine Kombination der beiden wäre ideal, stattdessen bekommen wir ein lauwarmes dazwischen.So hätte ich das Buch eigentlich nach der Hälfte beiseite gelegt, hätte der Autor nicht stattdessen auf eine andere Weise gewusst mein Interesse zu wecken. Neidisch begann ich mich nämlich immer mehr zu fragen, was es denn eigentlich für eine konkrete weltanschauliche Position sei, die es einem erlaubt so unantastbar von der hohen Kanzel gegen jede nur erdenkliche Geisteshaltung zu polemisieren. In anderen Worten, wo im links rechts Spektrum befindet sich der Autor?Da muss es irgendwo ungefaähr bei der 3/4tel Marke eine ganz schmale Position in der linken Hälfte geben die weder rechts ist noch so weit links, dass sie wiederum auf rechtes Gedankengut im Tarnmantel hereinfällt. Möglicherweise ist diese so schmal (nur etwa Schulterbreit), dass sie gar nicht konzeptuell ausdrückbar sondern existentiell auf die Person des Autors reduzierbar ist?Ich gebe drei Sterne, da die Grundidee auf jeden Fall eine interessante ist und doch die ein oder anderen wissenswerten Hintergrundfakten dabei waren. Tatsächlich habe ich auch wertvolle Denkanstösse gewonnen, allerdings nicht im Sinne des Autors, auch nicht im Sinne dessen wogegen er schreibt sondern eher darüber wie er zu denken scheint.