★★★★★
k.A.
05.07.2026
ean-shopping.de
Tiefgründig.
Der Roman "Mutternichts" befasst sich mit einem Thema aus dunkler Vergangenheit. Die Tochter versucht nach dem Tod der Mutter das Geheimnis ihres Schweigens um die Kindheit zu ergründen. Es lag zeitlebens wie ein waberndes und nicht zu durchdringenden Nichts um die Mutter. In kraftvoller und sehr besonderer Sprache erzählt die Autorin ihre Kindheit. Eine Zeit, die viel härter und karger war, als es sich die Tochter vorzustellen vermochte. Die Mutter schwieg ihr Leben lang über diese Zeit, die Tochter traute sich nicht zu fragen, weil sie ahnte, keine Antworten zu erhalten. Obwohl das Buch recht wenige Seiten hat, sind sie doch eindringlich geschrieben und ziehen den Lesenden in den Bann. Wenn man sich auf die ungewöhnlich dichte Sprache der Autorin einlässt, spürt man trotz Melancholie die Schönheit der Erzählung. Ein Buch zum mehrmals lesen!
"Mutternichts" ist ein außergewöhnliches Buch, das mich von Anfang an fasziniert hat. Schon das Cover und die Gestaltung des Buches sind ein echter Hingucker. Das minimalistische Design mit den subtilen Farbverläufen zieht sofort die Aufmerksamkeit auf sich und spiegelt die tiefgründige und nachdenkliche Atmosphäre der Geschichte wider.Die Umsetzung des Themas und der Geschichte ist meisterhaft gelungen. "Mutternichts" erzählt die berührende Geschichte einer Frau, die sich auf eine Reise zu sich selbst begibt, um die Leere und das Nichts, das sie umgibt, zu verstehen und zu überwinden. Die Autorin schafft es, komplexe Emotionen und Gedankenwelten in klaren und präzisen Worten darzustellen, ohne dabei an Tiefe zu verlieren.Der Schreibstil der Autorin ist fließend und eindringlich. Sie nutzt eine poetische Sprache, die den Leser tief berührt und in die Welt der Protagonistin eintauchen lässt. Die Beschreibungen sind so lebendig, dass man die Gefühle und Gedanken der Figuren förmlich spüren kann.Die Figuren in "Mutternichts" sind authentisch und vielschichtig. Besonders die Hauptfigur hat mich mit ihrer Entwicklung und ihren inneren Kämpfen sehr beeindruckt. Ihre Suche nach Identität und Sinn ist glaubwürdig und nachvollziehbar dargestellt, was sie zu einer sehr nahbaren und sympathischen Protagonistin macht.Das Buch ist für mich interessant, weil es existenzielle Fragen aufwirft und zum Nachdenken anregt. Die Themen Selbstfindung und innerer Frieden sind universell und zeitlos, was das Buch für eine breite Leserschaft relevant macht. Auch der Blick auf die anderen Werke der Autorin zeigt, dass sie ein Händchen dafür hat, tiefgründige und emotionale Geschichten zu erzählen.Zusammenfassend kann ich "Mutternichts" wärmstens empfehlen. Es ist ein Buch, das lange nachhallt und den Leser dazu bringt, über das eigene Leben und die eigenen Gefühle nachzudenken. Eine klare Empfehlung für alle, die auf der Suche nach einer tiefgehenden und bewegenden Lektüre sind.
★★★★★
@lust_auf_literatur
29.11.2024
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„Mutternichts“ hat mich spontan angesprochen und ich wollte das als kraftvoll-poetisch beschriebene Debüt von Vescoli mit dem Thema Mutter-Tochter-Beziehung sehr gerne lesen.Die Mutter der Ich-Erzählerin ist gestorben, wie sie gelebt hat: unaufgeregt, ohne viele Worte. Zurück bleibt ein Nichts.Es ist das nicht greifbare, das Nichts, das Mutternichts, das die Beziehung zwischen Mutter und Tochter definiert hat. Der eigentliche Wesenskern ihrer Mutter hat sich der Tochter immer entzogen.Nach dem Tod der Mutter kommen die Fragen.Die Tochter muss mehr über die Mutter wissen, um dem Mutternichts auf den Grund zu gehen. Sie will sich die Mutter in deren Vergangenheit vorstellen können, um ihr näher zu kommen.Ist es auch die Suche nach eigener Identität?Die Tochter will die Orte sehen, den Hof, auf dem ihre Mutter als Dirn gearbeitet hat. Kann sie das Wesen ihrer Mutter dort finden?Die Mutter musste schon als Kind hart arbeiten und etwas nutze sein.Sie, die Worte und Gedichte liebt, wird später nie über ihre alltäglichen Verrichtungen ihrer Vergangenheit sprechen.“Als würde die Geschichte schmutzen.”Die Erzählerin muss noch weiterzurückgehen bis zur Großmutter und Mutter ihrer Mutter, und findet ein weitere Leben voller unausgesprochener Not.Sich an Spekulationen vorantastend, im nicht gesagten mutmaßen.Mutters Erzählungen sparen so viele Dinge aus, beschränken sich auf Anekdoten. Ihre Vergangenheit wird ein Konjunktiv bleiben.“Es kann sein, dass die Angst umeinander der Ort war, an den wir zusammen hingehörten. An dem wir uns voreinander versteckten, während wir aufeinander schauten.”Es ist dieser Widerspruch und das ambivalente Verhältnis von Liebe und Distanz, den Vescoli im Kern dieser Mutter-Tochter-Beziehung sichtbar macht.Ich spüre das Ringen der Erzählerin, ihren Wunsch das Nichts um ihre Mutter zu durchdringen, unmittelbar aus ihren Worten. Der Text ist stellenweise merkwürdig eindringlich, nicht emotional, nein, er ist spröde und poetisch in seiner Ausdrucksweise.So wird auch meine Rezension wenig eindeutig bleiben. Vescolis ungewöhnlicher und anspruchsvoller Text hielt auch mich in einer Distanz, die mir den Zugang zur Erzählerin schwer gemacht hat, mir aber nicht den Blick für die sprachliche Kraft des Textes verstellt hat.