Neben dem Gral König Artus und seiner Tafelrunde ist die Tristan-Sage eine der wichtigsten
Sagen in Westeuropa vom Mittelalter bis zur heutigen Zeit. Sie entsteht im französischen
Sprachraum im 12. Jahrhundert wohl auf keltischen Grundlagen. Sie enthält wahrhaft
revolutionierende Potenzen die die Existenz der Feudalgesellschaft in Frage stellen. Der Stoff
von Tristan und Isolde ist seit dem 12. Jahrhundert zu einem die abendländische Literatur
wesentlich bestimmenden Mythos geworden. Der Handlungsgang ist derselbe in allen zahlreichen
Fassungen die alle mit dem Tod der Liebenden enden. Die Unterschiede betreffen die
Interpretation des Stoffes und die literarische Gestaltungsreife. In diesem Handbuch für
Studierende wird diese Untersuchung von Gottfrieds »Tristan« in eine kurze Darstellung der
wichtigsten Gestaltungen des Tristan-Stoffes vom Mittelalter bis Richard Wagner eingebettet.
Abschließend ist vollständigkeitshalber eine kurze Darstellung der Neugestaltungen des
Tristanstoffes im 20. Jahrhundert angefügt.