Wie ist unsere Beziehung zu den Toten und wie beeinflusst der Tod eines geliebten Menschen
unser weiteres Leben? Jan Patöka einer der bedeutendsten Schüler Edmund Husserls und
Wegbereiter der tschechischen Phänomenologie widmet sich in diesem Essay einer der
grundlegendsten Fragen der Philosophie: Gibt es ein Leben nach dem Tod? Jenseits religiöser
Dogmen und metaphysischer Spekulationen untersucht er die Strukturen des Bewusstseins
angesichts der Endlichkeit. Wie erscheint uns der Tod als Phänomen? Welche Bedeutung hat die
Antizipation des eigenen Endes für die Konstitution von Lebenswelt und Zeitlichkeit? Mit der
ihm eigenen philosophischen Präzision entwickelt der Prager Denker eine Perspektive auf
Sterblichkeit und Unsterblichkeit die weder in der traditionellen Metaphysik noch in der
naturwissenschaftlichen Reduktion aufgeht. Seine Prämisse ist dass unsere Existenz immer durch
ein ursprüngliches und wechselseitiges 'Sein für andere' stattfindet. Ein philosophisches
Vermächtnis des Bürgerrechtlers und Philosophen der 1977 nach Verhören durch die Staatspolizei
starb - sein bewegender Beitrag zur Phänomenologie der menschlichen Existenz der hier erstmals
auf Deutsch vorliegt.