Den jungen Mailänder Grafen Aleardo verschlägt es bei seiner Suche nach zum Verkauf stehenden
Ländereien auf eine einsame Insel vor der Küste Portugals die nicht einmal auf den Landkarten
zu finden ist. Eine Insel des Bösen wie sein Matrose glaubt. Tatsächlich tragen sich auf Ocaña
seltsame Dinge zu: Drei verarmte Brüder eines portugiesischen Aristokratengeschlechts halten in
einem heruntergekommenen Herrenhaus ein mysteriöses Wesen als Dienstmädchen das Mensch und
Echse geschundene Kreatur und verwunschene Prinzessin zugleich ist - Iguana. Der Graf gerät in
den Bann des schönen Geschöpfs das unter den Menschen ein elendes Dasein fristet. Bei seinem
leidenschaftlichen Versuch das Geheimnis der Insel zu ergründen und Iguana zu retten versinkt
Aleardo immer mehr in eine verhängnisvolle Welt von Traum und Wahn in der alles aus den Fugen
gerät. Iguana untersucht das gestörte Verhältnis zwischen Kultur und Natur den Missbrauch
von Macht die Übel von Kolonisation und Kapitalismus. Mit viel Zartgefühl für die Mittellosen
und Elenden erzählt Anna Maria Ortese ein mitreißendes modernes Märchen in dem das Böse nicht
in Gestalt eines gefräßigen Wolfes oder einer arglistigen Hexe erscheint sondern im Menschen
selbst liegt.