In unserer dicht besiedelten und intensiv genutzten Kulturlandschaft lauern auf die Greifvögel
und Eulen viele Gefahren auf die sie von Natur aus nicht gewappnet sind. Meist handelt es sich
dabei um infrastrukturelle Baumaßnahmen des Menschen an denen sich die Vögel schwer verletzen
oder sogar zu Tode kommen. Der Straßen- und Schienenverkehr Glasscheiben aller Art
Stromleitungen Sendeanlagen und Stacheldrähte sind die häufigsten Unfallursachen. Die
Verletzungen sind vielfältig: Sie reichen von Schäden am Großgefieder über Riss- und
Schnittwunden sowie schwere Anflugtraumata bis hin zu komplizierten Knochenbrüchen. Neben den
verunfallten Vögeln werden jedes Jahr auch zahlreiche verwaist aufgefundene Jungvögel oder im
Winter stark abgemagerte adulte Vögel versorgt. In der Auffang- und Pflegestation werden
jährlich zwischen 150 und 200 Vögel aufgenommen fachmännisch versorgt und nach Möglichkeit
wieder in die freie Wildbahn entlassen. Leider gelingt das nicht bei allen Vogelpatienten. Nur
allzu oft besteht die einzige Hilfe nur noch darin dem Leiden ein Ende zu setzen. Die
Erfolgsquote liegt bei immerhin rund 65 Prozent. Alle ausgewilderten Vögel werden mit Ringen
der Vogelwarte Radolfzell gekennzeichnet um ihren weiteren Lebensweg verfolgen zu können.
Zahlreiche Rückmeldungen beweisen dass viele ehemalige Patienten ihre zweite Chance auch
wirklich genutzt haben.