Heinrich Maurer erzählt in seinem Roman die Geschichte der süddeutschen Bauernfamilie Dachser zwischen 1890 und 1960 vor dem Hintergrund der politischen Ereignisse jener Jahrzehnte. Der Leser erfährt von den Gräueln des Ersten Weltkrieges genauso wie vom Antisemitismus während der NS-Zeit oder der Währungsreform von 1948. Allerdings findet sich auch das eine oder andere gängige ‚Klischee’ wie der Ochsenhandel aus Hohenlohe nach Paris (S. 23), der archivalisch nicht nachgewiesen werden kann, oder die Kriegseuphorie von 1914 in der Bevölkerung, die nach jüngsten Forschungen so nicht anzutreffen war, sondern vor allem von Politikern und Medien kolportiert wurde.Fazit: Lesern, die eine Schwäche für tragische Historienromane haben und tatsächlich etwas über die Historie und Zeitumstände erfahren möchten, ist Heinrich Maurers Roman sehr zu empfehlen.