Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen treten häufig nach einer Schädigung oder Erkrankung
des Gehirns auf. Die betroffenen Patienten reagieren schnell gereizt können soziale Regeln
schwer einhalten oder wirken apathisch und teilnahmslos. Durch dieses Verhalten bringen sie
nicht nur Therapeuten an ihre Grenzen und beeinträchtigen den Rehabilitationsverlauf sondern
es führt auch häufig zum Auseinanderbrechen von Partnerschaften und sozialen Beziehungen und
gefährdet die berufliche Teilhabe.Um Verständnis für das Verhalten der betroffenen Patienten zu
schaffen bietet dieses Buch eine begriffliche Einordnung und leitet aus den zugrunde liegenden
neuronalen Mechanismen und neuropsychologischen Störungstheorien differenzierte Diagnostik- und
Therapieempfehlungen ab. Es werden zunächst typische Verhaltensauffälligkeiten beschrieben und
eine begriffliche Einordnung in fünf Verhaltenscluster (Verletzen sozialer Regeln gestörtes
Kommunikationsverhalten mangelnde Empathie Apathie und reduzierte Impulskontrolle)
vorgeschlagen. Auf dieser Basis werden diagnostische Verfahren und Dokumentationshilfen
vorgestellt. Der Schwerpunkt liegt auf der Erläuterung der therapeutischen Methoden und
Herangehensweisen wobei Verhaltensmodifikation und Ressourcenorientierung in Hinblick auf die
neuropsychologischen Besonderheiten angepasst werden. Typische therapeutische Strategien werden
gezielt und pragmatisch für die wichtigsten Verhaltensstörungen erläutert und auf dem
Hintergrund der wissenschaftlichen Evidenz beleuchtet. So gewinnen Neuropsychologen und andere
Berufsgruppen die in der neurologischen Rehabilitation oder in Einrichtungen für Menschen mit
Behinderungen tätig sind ein besseres Verständnis für hirnorganisch bedingte Persönlichkeits-
und Verhaltensstörungen und verbessern ihre therapeutische Kompetenz im Umgang mit diesen
Patienten.