Vorliegende Studie sucht ein bislang wenig beachtetes ideengeschichtliches Kapitel erstmals
umfassender zu erschließen: die Rezeption der auf René Guénon zurückgehenden traditionalen
Schule im deutschsprachigen Raum. Nach einer einführenden Betrachtung in welcher unter anderem
der Begriff der integralen Tradition unter Bezug auf Leben und Werk Guénons sowie der
wichtigsten Autoren aus dessen geistigem Umfeld präzisiert wird bietet der Kern der Arbeit
eine weitgehend chronologisch verfahrende Präsentation der wichtigsten Protagonisten besagter
Rezeption. Bekanntere Figuren wie Leopold Ziegler Ernst Schönwiese oder Gerd-Klaus
Kaltenbrunner stehen hier neben fast unbekannten. Darüber hinaus werden - zum Teil unter
Berücksichtigung von Briefwechseln - einige intellektuelle Konstellationen ins Bewusstsein
gehoben die auf eine eher untergründige Wirkung des traditionalen Denkens auf teils eminente
Intellektuelle (etwa Carl Schmitt und Reinhold Schneider) schließen lassen. Ein eigener
Abschnitt beleuchtet die Rezeption im Umfeld der indischen Kunstgeschichte anhand einiger
bedeutender Vertreter dieses Faches.