Thomas Manns Werk ist durchzogen von einem zentralen Motiv: der Maske. In der Studie Der
Zauberer mit der Maske wird dieser Topos systematisch als Lebens- und Schreibprinzip
erschlossen. Ausgehend von Manns persönlichem Bedürfnis nach Selbstschutz und Sublimierung -
insbesondere im Hinblick auf seine homoerotischen Neigungen und seinen fragilen Narzissmus -
zeigt die Publikation wie die Maske zur existenziellen Konstante in Leben und Literatur wird.
Im Spannungsfeld von Spiel Rolle Identität und Inszenierung wird die Maske zum Instrument des
Überlebens der Repräsentation und der literarischen Gestaltung. Die Arbeit deckt die
genealogischen kulturhistorischen und philosophischen Grundlagen dieses Motivs in der
Rezeption Manns auf - von der antiken Tragödie über Nietzsche bis zu Freud - und analysiert die
vielfältigen Erscheinungsformen von Maske und Spiel in seinem OEuvre: von Thomas Buddenbrook
über Gustav Aschenbach bis Felix Krull. Die Maske wird in ihrer Bedeutung als Scharnier
zwischen Subjekt und Gesellschaft Fiktion und Realität erschlossen - und als Schlüssel zum
Verständnis eines der bedeutendsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts.