Die Ausstellung im Museum Eberswalde und das begleitende Katalogbuch stellen die Lebenswege der
Fotografin Ellen Auerbach (1906-2004) die in den späten 1920er Jahren das renommierte Berliner
Studio ringl+pit mitbegründete und der in Dresden gebürtigen Grafikerin Lea Grundig
(1906-1977) einander gegenüber. Beide waren aufgrund ihrer jüdischen Herkunft gezwungen
Deutschland in der NS-Zeit zu verlassen und in Palästina Zuflucht zu suchen. Beiden ist
gemeinsam dass sie Palästina in den späten 1940er Jahren wieder verlassen haben. Ellen
Auerbach fand in den USA Lea Grundig in der DDR ihre letzte Heimat. Das Buch präsentiert 60
teilweise erstmals von den Negativen abgezogene Schwarzweiß-Fotografien aus Palästina von Ellen
Auerbach. Die Fotografie wurde für sie zum entscheidenden Medium das es ihr ermöglichte mit
der fremden Umgebung Kontakt aufzunehmen und sie fotografierend zu begreifen. Lea Grundig kam
erst 1940 nach einer abenteuerlichen Flucht nach Haifa. Mit ihren noch weitgehend unbekannten
Zeichnungen aus Palästina hat sie sich in den acht Jahren Exil das fremde Land und seine
Menschen Einheimische und Flüchtlinge aus aller Welt in eindringlichen Portraits und
Landschaften erschlossen. Israelische und deutsche Forscherinnen zeichnen auf der Basis neuer
Quellen erstmals ein lebendiges Bild ihrer vielfältigen Aktivitäten während ihres Aufenthalts
dort. Eckhart J. Gillen (geb. 1947) ist Kunsthistoriker und Ausstellungskurator in Berlin. Bei
Schirmer Mosel hat er bereits zwei Bücher über den Künstler R. B. Kitaj herausgegeben u. a.
dessen Bekenntnisse eines alten jüdischen Malers (2017).