Ob Kakteen Kunstwerke oder Kritzeleien auf Schultischen und Fahrstuhltüren - überall sehen wir
phallische Objekte und erkennen sie als solche. Die Form ist simpel und uns seit Kindertagen
bekannt. Bei Vulven hingegen könnte man fast glauben sie seien erst vor Kurzem erfunden worden
- ebenso wie die weibliche Lust. Es gibt einiges aufzuholen: In den sozialen Medien findet sich
mittlerweile eine Sammlung gemalter Vulva-Porträts in Workshops entstehen Gipsabdrucke der
eigenen Vulva und bei etsy findet man nicht nur Kerzen und Seifen sondern auch Salzstreuer in
Form weiblicher Genitalien. Was kommt als nächstes? Die Normalisierung! Wer mit geschultem und
neugierigem Blick durch die Welt geht sieht Vulven überall. Am Wegesrand nehmen wir organisch
geformte Astlöcher und abgebröckelten Putz an Häuserwänden auf einmal anders wahr uns begegnen
Taschen Blumen und Madonnastatuen (ja wirklich!) in Vulva-Form. Wieso das so ist? Weil wir
immer nach dem Ausschau halten was wir kennen und sehen wollen!