Ausgiebige Einblicke des Malers in Arbeitsweisen Inspirationen und Traditionen: »Lernt mich
langsam lesen.« Malen ist für Michael Triegel eine Form der Selbsterkenntnis anfangs in der
Nachfolge Friedrich Nietzsches. Spätestens aber seit der Ergänzung des Naumburger Altars steht
der religiöse Impetus seines Werkes dem größeren Publikum plastisch vor Augen. Im Stil der
Alten Meister bietet der »Pictor doctus« kunstvolle Brechungen antiker und christlicher Figuren
der Passion. Die symbolisch und allegorisch reichen Bilder fordern ein ikonographisches Sehen
heraus knüpfen vielschichtig an die abendländische Kunst und Kultur an und schaffen
persönliche Synthesen von Tradition und Moderne. Mit den Meistern der Renaissance bietet ihm
Italien seit 1989 die ästhetische Herausforderung für sein Können. Im malerischen Denken sucht
Triegel für sich den Ort des Menschen zwischen Welt und Gott zu bestimmen. Triegels Reden und
Gespräche bieten Horizonte zwischen Philosophie Theologie und Literatur.